Fernlastzüge 3-2 mit AlupritschenIm Folgenden werden einige Unterschiede und Entwicklungen der 3-achsigen Pritschen-Fernlaster mit Alupritschen dargestellt, die bislang noch nicht umfänglich dokumentiert sind. Auf den ersten Blick unterscheiden sich viele Modelle dieses Typs vornehmlich nur in den Farben. Es verbergen sich eine Menge Varianten. Erste Modelle des Pritschen-Fernlastzuges 1974 und 1975.
Inhalt: |
1. Überblick über die Modelle nach Fahrzeugtyp
Das Modell erschien 1974 zunächst als Scania 110. Später fanden sich diese Pritschen auch auf dem Scania 111, dem Mercedes NG, dem MAN mit Kippkabine Scania 110 und 111
Messemodell 1974. Ähnlich Serienmodell, jedoch andere vordere Befestigung der Pritsche am Chassis (s.u.)
Serienmodell 1974. Aufnahme der Pritsche auf Chassis Typ 1, Pritsche Typ 1 (s.u.)
ASG Werbemodell und Messemodell 1975 (Messemodell ohne ASG-Embleme auf den Planen hinten), Chassis Typ 1, Pritsche Typ 1 (s.u.)
Messemodell 1975. Ohne Foto in Messeinfo. Angekündigt als "in BDF-Ausführung" (= "fern-schnell-gut"). Chassis Typ 1, Pritsche Typ 1 (s.u.)
ASG Serienmodell 1975 und 1976. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 2 (s.u.), Pritscheneinlage Pappe
Messemodell 1978. Anhänger noch ohne Unterfahrschutz. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 4 (s.u.), Pritscheneinlage Kunststoff
Serienmodell 1978. Anhänger mit Unterfahrschutz. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 4 (s.u.), Pritscheneinlage Kunststoff Mercedes NG Messemodell und erstes Serienmodell Rosbacher 1977. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 2 (s.u.), Pritscheneinlage Pappe
Frühes Modell 1977. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 2 (s.u.), Pritscheneinlage Pappe
Späteres Modell 1977. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 4 (s.u.), Pritscheneinlage Plastik
Späteres Werbemodell 1985. Chassis Typ 3, Pritsche Typ 5 (s.u.), Pritscheneinlage Plastik
Serienmodell 1987 - 1991. Chassis Typ 4, Pritsche Typ 6 (s.u.), Pritscheneinlage Pappe oder Plastik. MAN Büssing 22.320 UNL
Messemodell 1977 - baugleich mit erstem Serienmodell 1977. Anhänger ohne Unterfahrschutz. Pritsche Typ 3 Pritscheneinlage Pappe (s.u.).
Serienmodell 1977 - 1983. Pritsche Typ 3 Pritscheneinlage Pappe oder Typ 4 Kunststoff (s.u.). Anhänger nun Unterkonstruktion wie Zugwagen und mit Unterfahrschutz. Neuauflagen Nach langer Pause trat das Modell des 3-2 Pritschenfernlastzuges dann ab 2013 erneut auf: Magirus 235 (2013) - Bild folgt
MB 2223 (2017)
Scania (2019)
Hanomag Henschel (2021) Eine detaillierte Übersicht aller 43 dokumentierten Modellvarianten ist auf der verlinkten Seite HIER verfügbar. |
2. Entwicklung der PritscheDie Pritsche für den zuerst als Scania 110 erschienenen Fernlastzug war 1974 eine Neuentwicklung. Pragmatisch wie Wiking war, griff man beim Chassis auf ein bereits verwendetes Bauteil zurück: das Chassis vom Magirus 235 Pritschen-Lkw, der 1967 herauskam. So kommt es zu einer Übereinstimmung der Position der Aufnahmepunkte der neuen Pritsche in Position und Form: vorne rund und hinten als Steg.
Hier die alte Ursprungs-Pritsche von unten.
Alu-Pritsche Typ 1 ab 1974:
Alu-Pritsche Typ 2 ab 1975:
Alu-Pritsche Typ 3 ca. 1977:
Alu-Pritsche Typ 4 ca. 1977:
Alu-Pritsche Typ 5 ca. 1985:
Alu-Pritsche Typ 6 ca. 1987:
Hier die verschiedenen Pritschentypen im tabellarischen Vergleich:
Noch einmal im Bild:
Pritsche Typ 1 bis 3
Pritsche Typ 4 und 5
Pritsche Typ 6 - auch mal wieder mit Pappeinlage | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
3. Entwicklung des ChassisDas Chassis dieser 3-Achs-Modelle stammt vom Magirus 235 Pritschen-Lkw ab, den es ab 1967 gab. Dieses Chassis hatte die Bodenprägung "47 m". 1974 erschien der "Scania Fernlastzug mit Alu-Pritschen". Die Kabine gab es so schon bei der Scania 3-Achs-Zugmaschine (mit kleineren Haltezapfen hinten an der Kabine gegenüber der 2-Achs-Zugmaschine). Bei Chassis griff man auf den Magirus Lkw zurück und wandelte es ab. Unterseitig verschwand das "47 m" und auf der Kardanplatte gab es nun ein "Germany Wiking". Chassis von unten
Ursprungs-Chassis des Magirus mit alter Bodenprägung ab 1967 (Messemodell war noch ohne "47 m")
Magirus-Chassis nach Entfernung der Magirus-Ziffer "47 m" wahrscheinlich im Zuge der Nutzung
Dito - Formvariante s. Zughaken-Ende von unten. Der Magirus blieb so bis 1981 in der Serie
Typ 1 für die Alupritschen-Modelle: Chassis beim Scania - hier beim frühen ASG-Werbemodell - von unten identisch mit dem Magirus-Chassis
Typ 2: Chassis bei einem Mercedes 2632 Fahrerinformation ca. 1977
Typ 3: später - wahrscheinlich im Zuge der Nutzung für z.B. MB 2632 Kofferlastzüge wurde das Chassis
Typ 4: völlig neu konstruiertes Chassis für die späte Version mit eingeklipster Pritsche (hier Serienmodell Preuss ab 1987)
Vergleich: das Chassis der Koffer-Lkw Hanomag-Henschel von 1974 sah komplett anders aus Chassis von schräg oben
Typ "0": Beim Messemodell des Scania-Fernlastuges von 1974 hatte das Chassis noch keinen rechteckigen Kasten unter der vorderen Verbindung zur Pritsche, sondern nur einen runden Zapfen. So ähnlich gibt es auch eine Version des Magirus 235 3-Achsers.
Typ 1: rechteckiger 4,9 mm hoher Sockel (Breite 7,2 mm), darauf ein fast ebenso breiter Ring in Höhe von ca, 1,4 mm Höhe, der unmittelbar an die plane Unterseite der Pritsche grenzt. Hierauf noch ein dünnerer Zapfen, der dann in die Bohrung der Pritsche greift. Serienmodell 1974, ASG Werbemodell.
Typ 2: rechteckiger 4,9 mm hoher Sockel (Breite 7,2 mm), darauf ein schmalerer, etwa 6 mm breiter und nur ca. 0,7 mm hoher Ring, der die Unterseite der Pritsche dort an einem ca. 0,7 mm hohen Kragen trifft. Hierauf noch ein etwas längerer dünner Zapfen, der in die mit einem Kragen gefasste Bohrung der Pritsche greift. Sonst wie Chassis 1. Ab ca. 1975. Serienmodell ASG, viele MB Werbemodelle.
Typ 3: rechteckiger 4,9 mm hoher Sockel (Breite 7,2 mm), darauf ein schmalerer, etwa 6 mm breiter und nur ca. 0,7 mm hoher Ring, der die Unterseite der Pritsche dort an einem ca. 0,7 mm hohen Kragen trifft. Hierauf noch ein etwas längerer dünner Zapfen, der in die mit einem Kragen gefasste Bohrung der Pritsche greift. Sonst wie Chassis 1. Ab ca. 1975. Serienmodell ASG, viele MB Werbemodelle.
Typ 4: Völlige Neukonstruktion des Chassis - hier ein Diehl Pritschen-Fernlastzug. Die Aufbauten werden nun eingeklipst - insbesondere auch Kofferaufbauten.
Abschließend die verschiedenen Chassistypen im tabellarischen Vergleich:
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Der Vollständigkeit halber sollen noch die Chassis der Anhänger dargestellt werden:
Typ 1: keine flächige Bedeckung der Pritschenunterseite, ohne Unterfahrschutz, Doppelbereifung
Typ 2: flächige Bedeckung der Pritschenunterseite, mit Unterfahrschutz, Doppelbereifung
Typ 3: für Pritsche mit Stecknasen, mit Unterfahrschutz, Einfachbereifung etc.
4. Kombination Pritsche/ChassisDie Verbindung zwischen Chassis und Pritsche unterlag einigen Änderungen. Beim ersten Magirus-Chassis gab es hinten immer eine stegförmige Verbindung. Weiter vorne liegt beim ersten Modell das Reserverad. An eben dieser Stelle gibt es ab 1974 entweder einen Kasten (mit einem nicht sichtbaren runden Zapfen) oder selten nur einen runden Zapfen.
Magirus erste Version 1967 bis 1974
Magirus Version ab 1974: wo zuvor das Reserverad war hier ein rechteckiger Kasten
Magirus Version ab 1974: wo zuvor das Reserverad war hier ein runder Zapfen
Das Messemodell des 1974 vorgestellten Scania-Fernlastzugs hat einen solchen, wenngleich längeren Zapfen (leider kein direktes Foto).
Erstes Serienmodell des Scania-Modells. Auf einem rechteckigen Kasten wie bei der Magirus-Version ragt ein breiter runder Zapfen bis zum dort planen Pritschen-Unterbereich.
So sieht auch die Werbe-Version des ASG-Scania-Modells aus. Hier mehr Kleber.
Bei dieser Version (Bergin) ist der Zapfen via Pritsche kürzer und trifft dort einen den Kragen an der Pritsche.
Verbindung Chassis / Pritsche wie Vorversion, mit mittiger Erhebung von unten etwa 9 mm breit.
Verbindung Chassis / Pritsche wie Vorversion, mit mittiger Erhebung von unten etwa 9 mm breit. Diese mit Bohrung.
Pritsche wie oben mit Bohrung für den Aufnahmedorn in der runden 9 mm breiten Erhebung in der völlig anderen, hier geschlossenen Unterkonstruktion, die die Verbindung zwischen Pritsche und Chassis herstellt. Interessanterweise ist die Unterkonstruktion nicht mit dem Chassis verklebt, sondern über zwei Stecknasen mit dem Chassis verbunden. Beim geschlossenen Chassis bei dem dazu gehörigen Anhänger mit Unterfahrschutz liegt eine andere einteilige Konstruktion vor.
Verbindung Chassis / Pritsche wie Vorversion, mit mittiger Erhebung von unten etwa 9 mm breit. Diese mit Bohrung.
Verbindung Chassis / Pritsche vorne geändert: an der Pritsche unten kein Kragen mehr, dafür am Chassis höherer Zapfen. Hier Werbemodell Preuss 1985.
Völlig neu konstruierte Pritsche, die nun nicht mehr geklebt ist, sondern gesteckt wird. |
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Beispiele für Kombinationen Pritsche ./. Chassis
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5. Zeitstrahl
1974
1975 und 1976
1977
1979
1983
1987 ff
bis 2003
2013
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Späte Modelle des Pritschen-Fernlastzuges 2017 und 2019.
6. Schlussbemerkung
Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel WIKING an so einem zunächst simpel aufgebauten Modell herumgeschraubt hat: an sich gibt es ja nur die Pritsche, von der man annehmen könnte, sie sei seit 1974 gleich geblieben und die verschiedenen Fahrerkabinen. Ok noch den Unterfahrschutz am Anhänger und das andere Chassis beim Büssing Unterflur.
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