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Fernlastzüge 3-2 mit Alupritschen


Im Folgenden werden einige Unterschiede und Entwicklungen der 3-achsigen Pritschen-Fernlaster mit Alupritschen dargestellt, die bislang noch nicht umfänglich dokumentiert sind. Auf den ersten Blick unterscheiden sich viele Modelle dieses Typs vornehmlich nur in den Farben. Es verbergen sich eine Menge Varianten.


Erste Modelle des Pritschen-Fernlastzuges 1974 und 1975.



Inhalt:

1. Überblick über die Modelle nach Fahrzeugtyp
2. Entwicklung der Pritsche
3. Entwicklung der Chassis
4. Kombinationen Pritsche/Chassis
5. Zeitstrahl
6. Schlussbemerkung



1. Überblick über die Modelle nach Fahrzeugtyp

Das Modell erschien 1974 zunächst als Scania 110. Später fanden sich diese Pritschen auch auf dem Scania 111, dem Mercedes NG, dem MAN mit Kippkabine
und dem MAN-Büssing mit Unterflurmotor:


Scania 110 und 111

Messemodell 1974. Ähnlich Serienmodell, jedoch andere vordere Befestigung der Pritsche am Chassis (s.u.)

Serienmodell 1974. Aufnahme der Pritsche auf Chassis Typ 1, Pritsche Typ 1 (s.u.)

ASG Werbemodell und Messemodell 1975 (Messemodell ohne ASG-Embleme auf den Planen hinten), Chassis Typ 1, Pritsche Typ 1 (s.u.)

Messemodell 1975. Ohne Foto in Messeinfo. Angekündigt als "in BDF-Ausführung" (= "fern-schnell-gut"). Chassis Typ 1, Pritsche Typ 1 (s.u.)

ASG Serienmodell 1975 und 1976. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 2 (s.u.), Pritscheneinlage Pappe

Messemodell 1978. Anhänger noch ohne Unterfahrschutz. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 4 (s.u.), Pritscheneinlage Kunststoff

Serienmodell 1978. Anhänger mit Unterfahrschutz. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 4 (s.u.), Pritscheneinlage Kunststoff



Mercedes NG

Messemodell und erstes Serienmodell Rosbacher 1977. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 2 (s.u.), Pritscheneinlage Pappe

Frühes Modell 1977. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 2 (s.u.), Pritscheneinlage Pappe

Späteres Modell 1977. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 4 (s.u.), Pritscheneinlage Plastik

Späteres Werbemodell 1985. Chassis Typ 3, Pritsche Typ 5 (s.u.), Pritscheneinlage Plastik

Serienmodell 1987 - 1991. Chassis Typ 4, Pritsche Typ 6 (s.u.), Pritscheneinlage Pappe oder Plastik.
Von unten völlig anderes gestaltete Pritschen und anderes Chassis.

Vergleiche: bei den letzten 3 Bildern zeigt sich, wie der Abstand zwischen Zugwagen und Anhänger durch Kürzen des Zughaken immer kleiner wurde.



MAN Büssing 22.320 UNL

Messemodell 1977 - baugleich mit erstem Serienmodell 1977. Anhänger ohne Unterfahrschutz. Pritsche Typ 3 Pritscheneinlage Pappe (s.u.).
Beim Zugwagen liegt die Pritsche auf einer flächendeckenden Platte mit einem zentralen Fixierungsdorn. (Anhänger noch alte Version)
Entsprechend hat die Pritsche dort auf einer 9 mm runden erhabenen Fläche eine Bohrung, die dann alle folgenden Pritschen hatten.

Serienmodell 1977 - 1983. Pritsche Typ 3 Pritscheneinlage Pappe oder Typ 4 Kunststoff (s.u.). Anhänger nun Unterkonstruktion wie Zugwagen und mit Unterfahrschutz.



Neuauflagen

Nach langer Pause trat das Modell des 3-2 Pritschenfernlastzuges dann ab 2013 erneut auf:



Magirus 235 (2013) - Bild folgt


MB 2223 (2017)


Scania (2019)


Hanomag Henschel (2021)


Eine detaillierte Übersicht aller 43 dokumentierten Modellvarianten ist auf der verlinkten Seite HIER verfügbar.



2. Entwicklung der Pritsche

Die Pritsche für den zuerst als Scania 110 erschienenen Fernlastzug war 1974 eine Neuentwicklung. Pragmatisch wie Wiking war, griff man beim Chassis auf ein bereits verwendetes Bauteil zurück: das Chassis vom Magirus 235 Pritschen-Lkw, der 1967 herauskam. So kommt es zu einer Übereinstimmung der Position der Aufnahmepunkte der neuen Pritsche in Position und Form: vorne rund und hinten als Steg.

 

Hier die alte Ursprungs-Pritsche von unten.

Alu-Pritsche Typ 1 ab 1974:
Unten um die Aufnahmepunkte vorne (rund) und hinten (stegförmig) keine kragenförmige Erhöhung. Keine runde, ca. 9 mm breite Erhebung im Zwischensegment. Oben ohne Stege zur Führung der Plastik-Pritscheneinlage, da Papiereinlage.
Beispiele: Serienmodell Scania 110 Fernlastzug, Scania 110 ASG Werbemodell, Scania 110 ASG Messemodell.



Alu-Pritsche Typ 2 ab 1975:
Von unten um die Aufnahmepunkte vorne (rund) und hinten (stegförmig) kragenförmige Erhöhung ca. 0,7 mm . Mit runder, ca. 9 mm breiter geschlossener Erhebung im Zwischensegment. Diese Erhebung noch ohne zentrale Bohrung. Oben wie Typ 1 ohne Stege zur Führung der Plastik-Pritscheneinlage, da Papiereinlage.
Beispiele: Scania 110 Fernlastzug ASG in der Serie, erste Rosbacher Brunnen, MB einige Fahrerinformation.


Alu-Pritsche Typ 3 ca. 1977:
Nun mit zentraler Bohrung in der runden Erhebung im Zwischensegment.
Hintergrund: Die zentrale Bohrung macht nur Sinn in Bezug auf den bereits auf der Spielwarenmesse 1977 vorgestellten Büssing-Unterflur-Zug, der dann erst 1981 in der Serie erschienenen ist. Beim Büssing gab es eine vollflächig überdeckende Basisplatte für die Pritsche mit einen Arretierungsdorn an genau der Stelle, an der die Pritsche ab nun diese Bohrung hatte. Oben noch wie Typ 1 ohne Stege zur Führung der Plastik-Pritscheneinlage, da Papiereinlage.
Beispiel: MAN Bergin-Kulmin (weitere?).


Alu-Pritsche Typ 4 ca. 1977:
Wie Version 3 mit Bohrung in der 9 mm breiten zentralen Erhebung. Nun oben innen mit Stegen zur Führung der ab hier verwendeten Plastik-Pritscheneinlage. Da die Laschen der Verdecke vorn und hinten bei den Papiereinlagen länger waren, passten diese ersten Verdecke nicht auf die Pritschen mit Plastikeinlage. Die Laschen wurden daraufhin gekürzt und bei dieser Gelegenheit etwas verstärkt, da sie gerne abbrachen oder anknickten. Die Hauptproduktion bekleidete wohl diese Pritschenversion.
Beispiele: ASG Serienmodell, die meisten Rosbacher Brunnen, Scania 111 "Scania", spätere MB Werbemodelle.


Alu-Pritsche Typ 5 ca. 1985:
Wie Typ 4, nur dass der Kragen um die vordere Aufnahme zum Chassis wieder verschwunden ist. vermutlich hängt das damit zusammen, dass 1983 auch Kofferaufbauten auf dieses Chassis kamen, die eine andere Aufnahme benötigten.
Beispiel: Werbemodell Preuss.


Alu-Pritsche Typ 6 ca. 1987:
Außer Konkurrenz läuft diese Version. Von oben noch wie Typ 4 mit den Stegen für die Plastikeinlage. Ironischerweise ist hier jedoch wieder eine Pappeinlage verbaut. Von unten ist die Pritsche komplett neu gestaltet: zum Einklipsen in das Chassis wurde sie mit Haltewinkeln versehen und es gibt 6 stärkere Quertraversen.
Beispiel: Serienmodell Preuss, Diehl, Karstadt, MB Siemens-Züge.



Hier die verschiedenen Pritschentypen im tabellarischen Vergleich:

Pritsche Kragen runde Fläche hier Bohrung Stege Pritsche innen Einlage
           
Typ 1 (1974) ohne ohne ohne ohne Pappe
Typ 2 (1975) mit mit ohne ohne Pappe
Typ 3 (1977) mit mit mit ohne Pappe
Typ 4 (1977) mit mit mit mit Plastik
Typ 5 (1985) vorne ohne mit mit mit Plastik
Typ 6 (1987) andere Konstruktion mit Pappe



Noch einmal im Bild:
Pritschen ohne und mit Stegen zur Fixierung der Kunststoff-Pritscheneinlage.
Dazu Verdecke mit langen und kurzen Stecklaschen.


Pritsche Typ 1 bis 3


Pritsche Typ 4 und 5


Pritsche Typ 6 - auch mal wieder mit Pappeinlage




3. Entwicklung des Chassis

Das Chassis dieser 3-Achs-Modelle stammt vom Magirus 235 Pritschen-Lkw ab, den es ab 1967 gab. Dieses Chassis hatte die Bodenprägung "47 m".

1974 erschien der "Scania Fernlastzug mit Alu-Pritschen". Die Kabine gab es so schon bei der Scania 3-Achs-Zugmaschine (mit kleineren Haltezapfen hinten an der Kabine gegenüber der 2-Achs-Zugmaschine). Bei Chassis griff man auf den Magirus Lkw zurück und wandelte es ab. Unterseitig verschwand das "47 m" und auf der Kardanplatte gab es nun ein "Germany Wiking".


Chassis von unten

Ursprungs-Chassis des Magirus mit alter Bodenprägung ab 1967 (Messemodell war noch ohne "47 m")


Magirus-Chassis nach Entfernung der Magirus-Ziffer "47 m" wahrscheinlich im Zuge der Nutzung
für den Scania-Zug ab 1974. Formvariante s. Zughaken-Ende von unten.


Dito - Formvariante s. Zughaken-Ende von unten. Der Magirus blieb so bis 1981 in der Serie


Typ 1 für die Alupritschen-Modelle: Chassis beim Scania - hier beim frühen ASG-Werbemodell - von unten identisch mit dem Magirus-Chassis


Typ 2: Chassis bei einem Mercedes 2632 Fahrerinformation ca. 1977


Typ 3: später - wahrscheinlich im Zuge der Nutzung für z.B. MB 2632 Kofferlastzüge wurde das Chassis
geändert - auch der Zughaken wurde gekürzt (hier Werbemodell Preuss 1985)


Typ 4: völlig neu konstruiertes Chassis für die späte Version mit eingeklipster Pritsche (hier Serienmodell Preuss ab 1987)


Vergleich: das Chassis der Koffer-Lkw Hanomag-Henschel von 1974 sah komplett anders aus



Chassis von schräg oben


Typ "0": Beim Messemodell des Scania-Fernlastuges von 1974 hatte das Chassis noch keinen rechteckigen Kasten unter der vorderen Verbindung zur Pritsche, sondern nur einen runden Zapfen. So ähnlich gibt es auch eine Version des Magirus 235 3-Achsers.



Typ 1: rechteckiger 4,9 mm hoher Sockel (Breite 7,2 mm), darauf ein fast ebenso breiter Ring in Höhe von ca, 1,4 mm Höhe, der unmittelbar an die plane Unterseite der Pritsche grenzt. Hierauf noch ein dünnerer Zapfen, der dann in die Bohrung der Pritsche greift. Serienmodell 1974, ASG Werbemodell.



Typ 2: rechteckiger 4,9 mm hoher Sockel (Breite 7,2 mm), darauf ein schmalerer, etwa 6 mm breiter und nur ca. 0,7 mm hoher Ring, der die Unterseite der Pritsche dort an einem ca. 0,7 mm hohen Kragen trifft. Hierauf noch ein etwas längerer dünner Zapfen, der in die mit einem Kragen gefasste Bohrung der Pritsche greift. Sonst wie Chassis 1. Ab ca. 1975. Serienmodell ASG, viele MB Werbemodelle.



Typ 3: rechteckiger 4,9 mm hoher Sockel (Breite 7,2 mm), darauf ein schmalerer, etwa 6 mm breiter und nur ca. 0,7 mm hoher Ring, der die Unterseite der Pritsche dort an einem ca. 0,7 mm hohen Kragen trifft. Hierauf noch ein etwas längerer dünner Zapfen, der in die mit einem Kragen gefasste Bohrung der Pritsche greift. Sonst wie Chassis 1. Ab ca. 1975. Serienmodell ASG, viele MB Werbemodelle.



Typ 4: Völlige Neukonstruktion des Chassis - hier ein Diehl Pritschen-Fernlastzug. Die Aufbauten werden nun eingeklipst - insbesondere auch Kofferaufbauten.



Abschließend die verschiedenen Chassistypen im tabellarischen Vergleich:

Chassis nur Stift Rechteck unterer Ring hierauf Stift Zughaken
       
Typ 0 (1974) Messemodell - - - lang
Typ 1 (1974) - mit breit flach lang
Typ 2 (1975) - mit schmal, flach hoch lang
Typ 3 (1983) - mit schmal, hoch hoch kurz
Typ 4 (1987) andere Konstruktion


Der Vollständigkeit halber sollen noch die Chassis der Anhänger dargestellt werden:

Typ 1: keine flächige Bedeckung der Pritschenunterseite, ohne Unterfahrschutz, Doppelbereifung


Typ 2: flächige Bedeckung der Pritschenunterseite, mit Unterfahrschutz, Doppelbereifung


Typ 3: für Pritsche mit Stecknasen, mit Unterfahrschutz, Einfachbereifung etc.




4. Kombination Pritsche/Chassis

Die Verbindung zwischen Chassis und Pritsche unterlag einigen Änderungen. Beim ersten Magirus-Chassis gab es hinten immer eine stegförmige Verbindung. Weiter vorne liegt beim ersten Modell das Reserverad. An eben dieser Stelle gibt es ab 1974 entweder einen Kasten (mit einem nicht sichtbaren runden Zapfen) oder selten nur einen runden Zapfen.

--> Ausschnitt

Magirus erste Version 1967 bis 1974

--> Ausschnitt

Magirus Version ab 1974: wo zuvor das Reserverad war hier ein rechteckiger Kasten
Dieser Kasten findet sich auch bei den Chassis der Alupritschen-Modelle.

--> Ausschnitt

Magirus Version ab 1974: wo zuvor das Reserverad war hier ein runder Zapfen
Wohl eine Sackgassen-Entwicklung via Chassis des Scania-Zuges.





--> Ausschnitt

Das Messemodell des 1974 vorgestellten Scania-Fernlastzugs hat einen solchen, wenngleich längeren Zapfen (leider kein direktes Foto).
In der Messeinfo ist der Stift vom Chassis zur Pritsche - ohne Rechteck - aber zu erkennen.
Das Foto oben stammt vom Druckfilm für den Originalkarton des Scania (s. Special ORK).


--> Ausschnitt

Erstes Serienmodell des Scania-Modells. Auf einem rechteckigen Kasten wie bei der Magirus-Version ragt ein breiter runder Zapfen bis zum dort planen Pritschen-Unterbereich.
Hier nicht zu sehen: Pritsche unten ohne etwa 9 mm breite Erhebung, ohne Führungsstege für Pritscheneinlage, da Papiereinlage.


--> Ausschnitt

So sieht auch die Werbe-Version des ASG-Scania-Modells aus. Hier mehr Kleber.


--> Ausschnitt

Bei dieser Version (Bergin) ist der Zapfen via Pritsche kürzer und trifft dort einen den Kragen an der Pritsche.
Die hintere Stegförmige Verbindungsstelle an der Pritsche hat auch einen Kragen bekommen.
Hier nicht zu sehen: an dieser Pritschenversion bekommt die Pritsche mittig von unten eine etwa 9 mm breite Erhebung - zunächst ohne zentrale Bohrung.
Noch ohne Führungsstege für Pritscheneinlage, da Papiereinlage.


--> Ausschnitt

Verbindung Chassis / Pritsche wie Vorversion, mit mittiger Erhebung von unten etwa 9 mm breit.
Noch ohne Führungsstege für Pritscheneinlage, da Papiereinlage.


--> Ausschnitt

Verbindung Chassis / Pritsche wie Vorversion, mit mittiger Erhebung von unten etwa 9 mm breit. Diese mit Bohrung.
Mit Führungsstege für Pritscheneinlage, da Kunststoffeinlage.


--> Ausschnitt

Pritsche wie oben mit Bohrung für den Aufnahmedorn in der runden 9 mm breiten Erhebung in der völlig anderen, hier geschlossenen Unterkonstruktion, die die Verbindung zwischen Pritsche und Chassis herstellt. Interessanterweise ist die Unterkonstruktion nicht mit dem Chassis verklebt, sondern über zwei Stecknasen mit dem Chassis verbunden. Beim geschlossenen Chassis bei dem dazu gehörigen Anhänger mit Unterfahrschutz liegt eine andere einteilige Konstruktion vor.
Pritsche Version 3 und 4 für Pappeinlage oder Kunststoffeinlage ohne und mit Führungsstegen innen.


--> Ausschnitt

Verbindung Chassis / Pritsche wie Vorversion, mit mittiger Erhebung von unten etwa 9 mm breit. Diese mit Bohrung.
Mit Führungsstege für Pritscheneinlage, da Kunststoffeinlage.


--> Ausschnitt

Verbindung Chassis / Pritsche vorne geändert: an der Pritsche unten kein Kragen mehr, dafür am Chassis höherer Zapfen. Hier Werbemodell Preuss 1985.
Vermutlich erfolgte der Umbau wegen Kombination mit Kofferaufbauten auf diesem Chassis.


--> Ausschnitt

Völlig neu konstruierte Pritsche, die nun nicht mehr geklebt ist, sondern gesteckt wird.
Auch entsprechend neues Chassis. Charakteristisch nun zwei Tanks auf der Beifahrerseite.


Beispiele für Kombinationen Pritsche ./. Chassis

    Pritsche          
    Typ 1 Typ 2 Typ 3 Typ 4 Typ 5 Typ 6
Chassis Typ 0 Scania 110 Messe          
  Typ 1 ASG Werbe
ASG Messe
BDF Messe
         
  Typ 2   ASG Serie
frühe Rosbacher
frühe Fahrerinfo
Bergin Kulmin
frühe MAN-Büssing
späte Rosbacher
Scania
   
Typ 3       Preuss Werbe  
  Typ 4             Preuss Serie
Siemens
Karstadt



5. Zeitstrahl

1974
Start des Alupritschen-Fernlastzugs als Scania 110. Messemodell noch mit anderem Zugwagen-Chassis (Typ 0).
Spannend: der Druckvermerk auf dem ersten Karton lautet 731015 - datiert also bereits auf 1973.
Nur 1974 in neutraler Version azurblau / grauweiß.
In dieser Version ist das Modell noch als ASG-Werbemodell und als ASG-Messemodell ausgeliefert worden. Chassis Typ 1, Pritsche 1

1975 und 1976
Scania 110 als ASG-Modell in der Serie. Chassis Typ 2, Pritsche Typ 2 (mit Kragen, ohne Bohrung, ohne Stege).
Dieses Modell war das erste Serienmodell, das in einer Klarsichbox mit Pappeinleger ausgeliefert wurde.

1977
Umbruchsjahr:
Werbemodelle Fahrerinformation und Mercedes - Chassis Typ 2, Pritsche Typ 2 (mit Kragen, ohne Bohrung, ohne Stege innen, Papiereinlage).
MB NG Rosbacher Brunnen Chassis Typ 2, Pritsche Typ 2 (mit Kragen, ohne Bohrung, ohne Stege innen, Papiereinlage).
MAN Bergin Kulmin Chassis Typ 2, Pritsche Typ 3 (mit Kragen, mit Bohrung, ohne Stege innen, Papiereinlage).
MAN-Büssing, Pritsche Typ 3 (mit Kragen, mit Bohrung, ohne Stege innen, Papiereinlage) - Messe und erste Modelle in der frühen Serie.
MB NG Rosbacher Brunnen Chassis Typ 2, Pritsche Typ 4 (mit Kragen, ohne Bohrung, mit Stegen innen, Plastikeinlage).
MAN-Büssing, Pritsche Typ 4 (mit Kragen, mit Bohrung, mit Stegen innen, Plastikeinlage).

1979
Vorläufig letztes Jahr typischer Verwendung des Chassis-Typs nach Magirus 235-Muster mit Auslaufen des Scania 111 blau/gelb mit "Scania"-Beschriftung.

1983
in Zuge der Bestückung der Mercedes NG mit Kofferaufbauten ab 1983 - z.B. MB 2232 Verpoorten, Schmalbach, Convent etc. wurde das Chassis umgebaut. Kürzerer Zughaken und der Ring auf dem Rechteck der vorderen Pritschenabstützung wurde erhöht und reicht damit an den höher stehenden Koffer - bleibt dabei jedoch fast zu kurz für die Pritsche.
Werbemodell Preuss 1985. Als vorläufig letzte Verwendung der Pritschen und des Standard-Chassis in dieser Form.

1987 ff
gab es bei diesem Modell teilweise sehr tiefgreifende Veränderungen. Chassis und Pritsche wurden für die Mercedes NG-Modelle auf einen Steckmechanismus umgearbeitet, bei dem von der ursprünglichen Konstruktion nur die Pritsche oben und die Seiten der Pritsche beibehalten wurden.
Hier bis 1989 die MB NG 2235 Serienmodell Preuss, Diehl, Karstadt, Siemens-Modelle. und noch 1992 ein MB 2435 SK für Mercedes.
Eine Form der alten Pritsche für die Klebeverbindung ist dabei für den MAN Büssing 22.320 UNL beibehalten worden.

bis 2003
Das Modell des MAN Büssing 22.320 UNL Fernlastzug gab es noch längere Zeit bei Werbe- oder Sondermodellen:
Z.B. Brötje (1983), Riering (1984), Veltins (2001) oder Warsteiner (2003).

2013
Ab hier gab es in der Serie noch ein paar Nachzügler: 2013 einen Magirus 235 "Danzas", 2017 einen MB 2223 "Denkhaus", 2019 einen Scania 111 "Börje-Jönsson" und 2021 einen Hanomag-Henschel "Fridecici".

Man wäre geneigt anzunehmen, dass diese späten Modelle dem letzten Entwicklungsstand der letzen frühen Modelle entsprächen. Jedoch: weit gefehlt. Dies ist umso überraschender, als das die Kabinen alle zu einer Familie gehören und auf das alte erste Magirus-3-Achs Chassis von 1967 passen würden. Stattdessen gibt es wilde Kombinationen z.T. mit frühen Bauteilen:

    Zugwagen Anhänger
Magirus Danzas 2013 PR: Typ 4 (mit Kragen)
CH: Typ 3
PR: Typ 6 (mit 2 Haltenasen)
Anhänger-CH: Typ 3 (gesteckt, einfach bereift)
MB 2223 Denkhaus 2017   PR: Typ 6 (Haltenase nur vorne - hinten verklebt!)
CH: Typ 4
PR: Typ 6 (mit 2 Haltenasen)
Anhänger-CH: Typ 3 (gesteckt, einfach bereift)
Scania   2019   PR: Typ 4 (mit Kragen)
CH: Typ 3
PR: Typ 4 (mit Kragen)
Anhänger-CH: Typ 2 (geklebt, doppelt bereift)
HH Fridecici 2021   PR: Typ 4 (mit Kragen)
CH: Typ 3
PR: Typ 6 (mit 2 Haltenasen)
Anhänger-CH: Typ 3 (gesteckt, einfach bereift)

Späte Modelle des Pritschen-Fernlastzuges 2017 und 2019.



6. Schlussbemerkung

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel WIKING an so einem zunächst simpel aufgebauten Modell herumgeschraubt hat: an sich gibt es ja nur die Pritsche, von der man annehmen könnte, sie sei seit 1974 gleich geblieben und die verschiedenen Fahrerkabinen. Ok noch den Unterfahrschutz am Anhänger und das andere Chassis beim Büssing Unterflur.

Dass aber so viele Unterschiede in den Details der Bauteile und deren Kombinationen und auch in Zusammenstellung von Zugwagen und Anhängern auftritt, hat auch den Autor überrascht und so wurden mehr Informationen an die Oberfläche gespült als erwartet.

Wie immer freue ich mich über jede lektorische Korrektur oder Ergänzung oder andere Feedbacks zu diesem Thema und danke allen Sammlerfreunden, deren Modelle ich dokumentieren durfte.


kneule, 01.07.2026



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