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50 Jahre "Der kleine Tanksattelauflieger" - Herzlichen Glückwunsch!

Der kleine Tanksattel war schon recht früh in Programm. Erstmals tauchte er 1956 (für DM 2,-) mit den unverglasten Rollachser-Zugmaschinen White und Henschel auf (Katalog: Henschel, Nr. 80) und beendete sein Wiking - Dasein mit dem kleinen Hedwigshütte Werbemodell. Es handelt sich um eines DER klassischen Wiking - Modelle schlechthin. Grund genug um zum runden Geburtstag eine genauere Betrachtung dieses Modells anzustellen und eine Beschreibung zahlreicher Details vorzulegen, die sich zum Teil erst beim zweiten Hinsehen eröffnen. Ein schönes Sammelgebiet, indem es vielleicht noch einiges zu entdecken gibt.

Zugmaschinen

Da sich dieses Kapitel besonders dem Auflieger widmen soll, seien die Zugmaschinen nur am Rande erwähnt.

In der unverglasten Ära gab es den White und den Henschel als SHELL-Tanker zunächst mit der alten Sattelpfanne in Farbe des Chassis (1956 bis ca. 1958), später mit der ersten silbernen Sattelpfanne (1959 bis 1960). Dann folgten 1961 die verglasten MB L 5000 S und Magirus S 3500, dann gesellte sich der MB L 3500 dazu. Diese Modelle waren in der Serie auch in der ARAL-Version erhältlich. An dieser Stelle ist auch der THYSSEN einzuordnen. Zum Ende dieser Ära erhielten der Magirus und der MB L 3500 (ca. 1964) noch Blinker. Parallel zu diesen Varianten gab es von 1961 bis 1964 auch die US-Zugmaschine (Chevy). Ab dem Jahr 1965 zog der MB LS 1413 den Auflieger, dann folgte 1967 bis 1968 noch der MAN 415 Frontlenker (im Katalog gleich ohne SHELL-Prägung).


Zur groben Übersicht hier die Modellfolge:

White unverglast SHELL
von 1956 bis 1958

Henschel unverglast SHELL
von 1956 bis 1958

MB L 5000 S SHELL
von 1959 bis 1962

Magirus S 3500 SHELL
von 1959 bis 1964

MB L 3500 S SHELL
von 1961 bis 1964

MB L 5000 S ARAL
von 1962 bis 1964

Magirus S 3500 ARAL
von 1961 bis 1964

MB L 3500 S ARAL
von 1961 bis 1964

US-Zugmaschine SHELL
von 1961 bis 1964

MB LS 1413 SHELL
von 1965 bis 1966

MAN 415 SHELL
von 1967 bis 1968

MB L 5000 S THYSSEN
ca. 1962

Magirus S 3500 FINA
ca. 1963

MB L 3500 FINA
ca. 1963

MAN 415 HEDWIGSHÜTTE
ca. 1968



Details des Aufliegers

Der Auflieger besteht aus drei Teilen
  • Auflieger-Oberteil
  • Auflieger-Unterteil
  • Radlauf

Das Oberteil des Aufliegers variiert in seiner Form in folgenden Details:

  • geprägter Streifen an der Seite: schmal - breit
  • Schrift-Prägung: SHELL - ohne Prägung - FINA

Der schmale Streifen der Seite kennzeichnet die frühe Produktionszeit. Es gibt ihn am Anfang bei den unverglasten Modellen zunächst mit SHELL, dann bei den verglasten Versionen Magirus S 3500, MB L 5000 S / MB L 3500 S (auch ARAL) und beim Chevy (US-Zugmaschine). Vielleicht als Resteverwertung findet man diesen Auflieger gelegentlich auch am MB LS 1413 - vielleicht auch als Resteverwertung von Sammlern und Händlern. Die Ausführungen mit dem schmalen Streifen gibt es als SHELL, ARAL und THYSSEN.

Den breiten Streifen findet man ab ca. 1963 mit SHELL-Prägung mit den alten Langhaubern MB L 3500 S und Magirus S 3500. Hier ist auch der FINA einzuordnen. Vornehmlich gibt es die Variante mit breitem Streifen und SHELL-Prägung mit dem MB LS 1413 und beim MAN 415 dann ausschliesslich. Die letzte Version - breiter Streifen ohne Schriftprägung gibt es dann nur 1968 mit dem MAN 415.

Die Variationen der Schriftprägung war durch einen Einsatz in der Form möglich. So entstanden die Versionen mit "SHELL" und "FINA" und die Version ohne Schrift. Bei genauer Betrachtung der Modelle sind die Kanten dieses Einsatzes zu sehen.

Im Einzelnen zeigen sich folgende Varianten:

Version mit SHELL-Prägung mit schmalem geprägten Seiten-Streifen unter der Schrift
(1. SHELL-Version)

Version ohne Schrift-Prägung mit schmalem geprägten Seiten-Streifen
(ARAL-Version)

Version ohne Schrift-Prägung mit schmalem geprägten Seiten-Streifen
(THYSSEN)

Version mit FINA-Prägung mit breitem geprägten Seiten-Streifen unter der Schrift
(FINA)

Version mit SHELL-Prägung mit breitem geprägten Seiten-Streifen unter der Schrift
(2. SHELL-Version)

Version ohne Schrift-Prägung mit breitem geprägten Seiten-Streifen
(3. SHELL-Version und Hedwighütte)

 



Für den Spezialisten als kleines Gimmick noch die Details Heckklappengriff und Rückleuchten. Auch hier gab es kleine Unterschiede: Hierbei ist von Start 1956 bis vielleicht 1960 bei der ersten Version SHELL unter dem Nummernschild kein horizontaler Griff zu finden, bei den späteren Varianten immer.

Nur bei dieser ersten Version finden sich 3-teilige Rückleuchten, die etwas verwaschen kaskadenförmig aussehen. Deutlich, z. B. beim ARAL, gibt es ab 1961 eine markante treppenförmige 3-Teilung. Bei der erneuten Überarbeitung der Form (breiter Streifen) wurden die beiden unteren Rücklichtteile zusammengefasst.

  • Heckklappe: ohne Griff - mit Griff


  • Rückleuchten: kaskadenförmig (3-stufig) - treppenförmig (3-stufig) - 2-stufig



Das Unterteil des Aufliegers zeigt Varianten in folgender Hinsicht:

  • Art des Königszapfens: integriert mit Ring - integriert ohne Ring - silbern eingesetzt - starker Bolzen
  • Position des Königszapfens: zentral auf Aufnahmeplatte - nach hinten versetzt
  • Bodenprägung: ohne "Wiking Germany" - mit "Wiking Germany"

Offensichtlich war zunächst ein Ring um den Königbolzen erforderlich, um den Auflieger in die richtige Höhe zu bringen. Die Version mit Ring der ersten Jahre ist am häufigsten anzutreffen. Man findet sie bei den unverglasten Versionen, bei den alten Langhaubern Magirus S 3500 und MB L 3500 S / MB L 5000 S sowie mit der US-Zugmaschine Chevy, also bis ca. 1964.

Auch beim FINA gibt es den Ring. Interessanterweise gibt es beim FINA auch eine Version ohne Ring um den Bolzen, jedoch noch ohne die dann zu findende Bodenprägung.

Folgend gibt es Modelle mit Zapfen ohne Ring und MIT der Bodenprägung "Wiking Germany" - wohl mit dem Hintergrund des Exports. Der Zeitrahmen für diese Variante ist mit ca. 1963 bis 1966 anzugeben. Sie findet sich bei einigen Langhaubern mit offenen Achshalterungen, mal beim Chevi und öfter beim MB LS 1413.

Erstmals beim MB LS 1413 (ab 1965) gibt es die Version mit eingesetztem silbernen pilzförmigen Königszapfen, der sich recht schwer entkuppeln lässt. Diese Version gibt es auch beim MAN 415.

Speziell für den MAN 415 wurde dann eine Version entwickelt, bei der der Königsbolzen nach hinten versetzt wurde, um den Abstand zwischen der Kabine und dem Auflieger zu vermindern. Ähnliche Konstruktionen gibt es übrigens auch bei den alten Pritschensattelzügen.

Zum Ende der Produktionszeit wurde die Auflageplatte nach hinten im Bogen verlängert und der grosse Königsbolzen angebracht. Ob diese Version beim MAN 415 Shell mit Abziehbild zum Einsatz kam, oder nur für das Werbemodell "Hedwigshütte" (ca. 1968?) hergestellt wurde, ist mir nicht bekannt.

Im Einzelnen zeigen sich folgende Varianten:

Version mit integriertem Bolzen mit umgebenden Ring - ohne Bodenprägung ("Wiking Germany") - SHELL

Version mit integriertem Bolzen mit umgebenden Ring - ohne Bodenprägung ("Wiking Germany") - ARAL

Version mit integriertem Bolzen mit umgebenden Ring - ohne Bodenprägung ("Wiking Germany") - FINA

Version mit integriertem Bolzen mit umgebenden Ring - ohne Bodenprägung ("Wiking Germany") - THYSSEN

Version mit integriertem Bolzen ohne umgebenden Ring - mit Bodenprägung ("Wiking Germany") - Shell

Version mit eingesetzem Bolzen - mit Bodenprägung ("Wiking Germany")

Version mit integriertem nach hinten versetzten Bolzen ohne Ring - mit Bodenprägung ("Wiking Germany"): MAN 415 mit Abziehbild SHELL

Version mit starkem, nach hinten versetztem Bolzen - mit Bodenprägung ("Wiking Germany"): Hedwighütte 1b

Version mit starkem, nach hinten versetztem Bolzen - mit Bodenprägung ("Wiking Germany"): Hedwighütte 1a



Die folgende Tabelle zeigt in der Übersicht die mir bekannten Kombinationen aus Oberteil und Unterteil

SHELL
Streifen schmal
ohne Schrift
Streifen schmal
FINA
Streifen breit
SHELL
Streifen breit
ohne Schrift
Streifen breit
integr., m. Ring o o o - -
integr., o. Ring - - o o -
eingesetzt - - - o -
integr., hinten - - - - o
gross, hinten - - - - o

   o = ohne "Wiking Germany"     o = mit "Wiking Germany"    


Der Radlauf des Aufliegers variiert in 3 Punkten

  • Achshalterungen: geschlossen - offen
  • Bodenprägung: WM im Kreis - WM ohne Kreis
  • Längssteg: ohne - mit

Hierbei haben alle Radläufe mit geschlossener Achshalterung das WM im Kreis und keinen Mittelsteg und alle mit offener Achshalterungen das WM ohne Kreis und einen Mittelsteg. Die geschlossenen Achshalterungen des Aufliegers sind der frühen Produktionszeit zuzuordnen. Sie finden sich ausschliesslich bei den Varianten mit schmalem Seitenstreifen. Es sind jedoch Kombinationen zwischen Zugmaschinen mit offenen Achshalterungen (MB L 5000 S, Magirus S 3500 und MB L 3500) und geschlossenen Achshalterungen des Aufliegers bekannt. Ab dem MB LS 1413 waren auch die Achshalterungen des Aufliegers ausschliesslich offen.







Bei den Farben ist hervorzuheben, dass die Ober- und Unterteile des kleinen Tankaufliegers stets gleichfarbig waren. Die einzelnen Farben sind hier dargestellt.

zinkgelb - gelb - melonengelb - gelborange - silber - himmelblau

Die Radläufe sind bei den Serienmodellen in staubgrau oder in anthrazit zu finden. Ich finde in meinem Fundus staubgrau nur bei den Modellen mit offener Achshalterung. Bei den Werbemodellen findet sich noch himmelblau beim FINA und enzianblau beim HEDWIGSHÜTTE. Und maigrün beim THYSSEN.


Die Bedruckung betrifft die Seiten. Die erhaben geprägten Schriften (SHELL und FINA) waren nebst dem unter der Schrift befindlichen Streifen rot bedruckt. Gelegentlich finden sich Modelle mit geprägter Schrift ohne gefärbten Streifen, jedoch ist hier eher ein späterer Verlust der Druckfarbe zu beklagen. Bei den letzten Varianten des MAN 415 ohne geprägte Schrift (SHELL-Abziehbild und HEDWIGHÜTTE) gab es keine Bedruckung des Streifens.




Die Bemalung betrifft die Heckpartie. Zunächst waren die Rückleuchten rot bemalt und das Kennzeichen und die Stossstange gesilbert. Aus Kostengründen wurde dann später die Bemalung schriftweise bis auf Null reduziert.




Eine Heckbeschriftung findet sich beim ARAL, beim MB LS 1413 und MAN 415 SHELL und beim FINA. Beim SHELL ist vornehmlich die vom Grossen SHELL-Sattelzug (MAN 10.230) bekannte quadratische Folie zu finden. Selten gibt es ein Abziehbild in Muschelform, auch ein Naßschieber in der Aufschrift Diesel ist bekannt. Die Authentizität dieser Varianten lässt sich allerdings schwerlich verfizieren. Die Heckbeschriftung des FINA ist in einem Papieraufkleber ausgeführt. Cave: gelegentlich werden Modelle ohne diesen Heckaufkleber angeboten.




An Rädern waren 4 verschiedene Varianten anzutreffen:

  • 10mm - ältere Version


  • 10mm - neuere Version

  • 10mm - neuere Version (THYSSEN)

  • 11mm - glatt, hellgrau

  • 11mm - 6-Loch, anthrazit, Profil fein



Am Rande notiert

Auch Exoten sind beim kleinen Tanksattel bekannt. So wurde vor einiger Zeit ein als nicht realisierte Vorserie beschriebenes Modell eines MB S 3500 Tanksattels mit "BP"-Beschriftung versteigert (Farbgebung: Aufbauten gelb, Chassis maigrün). Weiter fand sich der unbeschriftete "Hedwigshütte"-Auflieger in Kombination mit der MB 1413 Zugmaschine als "Resteverwertung" in einer Auktion. Und natürlich der kleine SHELL-Tanksattel MB LS 1413 mit vollständig gelber Zugmaschine. Alle auf dieser Homepage gezeigten Modelle finden sie HIER .

Zahlreiche Replica-Modelle des kleinen Tanksattels gibt es von IMU. - So gibt es hier auch die alten ARAL- und SHELL-Züge mit den alten Mercedes und Magirus-Zugmaschinen. Die Unterscheidung zu den Originalen ist sehr einfach.


Zum Schluss ...

... freue ich mich über jede lektorische Korrektur oder Ergänzung oder andere Feedbacks zu diesem special.

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